Cover Unser Hof in der Bretagne
Rezensionen

Rezension „Unser Hof in der Bretagne“ von Regine Rompa

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Der Traum vom Aussteigen

Heute habe ich mal ein ganz anderes Buch für Dich. „Unser Hof in der Bretagne“ beschreibt das Leben zweier Auswanderer, die von Berlin in die Bretagne gezogen sind.

Hast Du auch schon einmal davon geträumt aus dem Alltagsleben auszubrechen und irgendwo anders ganz neu zu starten? Ein Haus am Meer, in ein fremdes Land ziehen oder einfach fernab der Großstadt zu leben? Genau das hat die Autorin Regine Rompa mit ihrem Partner Anton getan. Sie fühlten sich in der Hektik Berlins unwohl, waren lange Stunden des Tages nur mit ihrem Job beschäftigt und verloren einander aus den Augen. Die Frage nach dem Sinn poppte auf. Wofür arbeitet man stundenlang, um anschließend nichts mehr vom Tag zu haben? Eigentlich sollte es doch heißen „arbeiten, um zu leben“ und nicht andersherum. Beide waren mit der aktuellen Situation mehr als unzufrieden. Im Gegensatz zu vielen anderen haderten die beiden nicht lange mit ihren Schicksal. Sie kündigten ihre Jobs und verkauften ihre Berliner Wohnung. Was dann? Wohin umziehen, wenn man theoretisch überall leben könnte? Das war den beiden zunächst noch nicht klar.

Unser Hof in der Bretagne

Nach einigen Monaten im Wohnwagen landen Regine und Anton in der Bretagne, wo im Vergleich zu Deutschland ein sehr milder Winter herrscht. Sie verlieben sich in die Bretagne und in einen renovierungsbedürftigen Hof im Auenland, der sie mit seinem urigen Reetdach und jeder Menge Land gleich verzaubert. Kurzerhand kauft das Paar den Hof und zieht mit seinem Hab und Gut sowie dem Hund Twix auf den Hof. Anfangs können sie noch kein Französisch, doch sie freunden sich bald mit den anderen Dorfbewohnern an. Im gesamten Dorf leben nur 5 Einwohner. Kein Wunder, dass man hier jeden kennt und einander hilft. Im Laufe der Zeit wird das Paar immer mehr zum Selbstversorger. Sie bauen ihr eigenes Gemüse an und errichten auf ihrem Land ein Wildtierschutzgebiet. Neben einigen Hühnern zieht auch ein weiterer Hund ein. Regine blüht auf dem Land auf. Sie kann ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Autorin weiter nachgehen und gleichzeitig ein selbstbestimmtes Leben auf dem Land führen. Sie freundet sich mit anderen Auswanderern an und genießt die Ruhe auf dem Land.

Ankommen

Während des Lesens hatte ich das Gefühl, Regine und Anton seien endlich in ihrem persönlichen Paradies angekommen. Regine beschriebt lebhaft die Probleme, auf die sie anfänglich gestoßen sind, z.B. eine französische Krankenversicherung zu erhalten. Und wie fällt man eigentlich einen Baum? Was unternimmt man, wenn die nächsten Cafes, Restaurants und Kinos meilenweit entfernt sind? Wie schützt man die Pflanzen im Beet vor Frost?

Ich fand es wirklich sehr aufschlussreich und informativ, das Buch zu lesen. Gleichzeitig fand ich Regines Vorhaben unglaublich mutig. Denn, Hand aufs Herz, wer traut sich, einen sicheren Job aufzugeben und einfach in ein fremdes Land ohne Sprachkenntnisse zu ziehen? Zudem in ein 5-Seelen-Dorf zu ziehen?

Auch über die Bilder im Mittelteil habe ich mich sehr gefreut, denn nun habe ich ein Bild im Kopf, wie der Hof der beiden ausschaut. Regines Schreibstil ist kurzweilig, ich fand ihre Geschichte sehr spannend zu lesen. Dabei gibt sie viele Denkanstöße. Wieviel Konsum ist wirklich nötig? Müssen wir wirklich so viel Geld verdienen, sprich so viele Stunden arbeiten, um uns all diese Dinge leisten zu können? Regine und Anton können im Laufe des Buchs nach einer solchen Evaluation sogar ihre Arbeitsstunden reduzieren, da sie auf dem Land weniger Geld benötigen. Sie konsumieren weniger, gehen selten aus und laden ihre Freunde lieber zu sich nach Hause ein.

Inspirierend und neu

Mir hat das Buch im positiven Sinne sehr zu denken gegeben, da wir aktuell gerade selbst auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Was ist wichtiger, die Nähe zur Arbeit oder lieber ein Haus auf dem Land, um sich eine eigene Oase der Ruhe schaffen zu können? Regine und Anton haben das Glück, beide in rein digitalen Berufen zu arbeiten, bei der der Arbeitsort überall liegen könnte. Beide arbeiten als Freiberufler von zuhause aus, sie als Autorin, er als Informatiker. Regine nennt diese Lebensform die ökologisch-digitale Bohéme, was eine Weiterentwicklung des Begriffs von Sascha Lobo ist.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für „Unser Hof in der Bretagne“!


Unser Hof in der Bretagne von Regine Rompa

Erschienen April 2019

Rowohlt Verlag

256 Seiten

Unser Hof in der Bretagne bei Amazon

**Bildrechte: Rowohlt Verlag

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