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Warum „Winterwundertage“ ein echtes Herzensbuch werden könnte…

Alle Jahre wieder kommt die Weihnachtszeit und pünktlich zur  kalten Jahreszeit kommt auch ein neuer Roman von Karen Swan. In diesem Jahr wurde „Winterwundertage“ auf Deutsch veröffentlicht.

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Bereits 2017 feierte das englischsprachige Original unter dem Namen „The Christmas Secret“ Premiere.

Für mich bedeuten die Bücher von Karen Swan unglaublich romantische Geschichten, die aber nicht kitschig werden. Bücher wie „Ein Geschenk von Tiffany“ oder „Ein Weihnachtskuss für Clementine“ versetzen mich gleich in eine weihnachtliche Stimmung und sind für mich die perfekten Begleiter für einen Leseabend mit heißer Schokolade vor dem prasselnden Kaminfeuer.  Karen Swans Heldinnen sind keine Hausmütterchen, sondern meist gestandene Karrierefrauen. Insofern habe ich voller Vorfreude dem Erscheinungstermin des Buchs entgegen gefiebert und es mit großen Erwartungen gelesen.

Besonders toll finde ich, dass das englische Cover 1:1 übernommen worden ist. Die Schneelandschaft, das schottische Herrenhaus und die schicke Frau im roten Mantel passen zusammen mit der karmesinroten Schrift wunderbar zusammen. Den englischen Titel „The Christmas Secret“ hätte ich persönlich aber passender zur Geschichte gefunden als „Winterwundertage“.


(c) by Random House

Wovon handelt „Winterwundertage“?

Alex Hyde ist eine junge, verdammt erfolgreiche Unternehmensberaterin aus London. Sie arbeitet rund um die Uhr und ist ihr eigener Girlboss. Ausruhen? Kennt Alex nicht. Sie jettet um die Welt und verhilft ihren Klienten zu einem besseren Image und damit verbunden steigenden Umsatzzahlen.

Wenige Wochen vor Weihnachten nimmt sie einen lukrativen Auftrag in Schottland an. Auf der kleinen schottischen Insel Islay befindet sich der Unternehmenssitz der familiengeführten Whisky-Destillerie Kentallen. Sie soll dem Unternehmen wieder zu Erfolg verhelfen und besonders Lochlan, dem Erben der Dynastie, Disziplin näherbringen. Denn dieser verhält sich nicht im Entferntesten wie ein CEO.

Wie es mir beim Lesen ergangen ist

Ich rede nicht lange um den heißen Brei herum: „Winterwundertage“ ist anders als erwartet. Während des Lesens habe ich mich gefragt, wann denn die eigentliche Liebesgeschichte anfängt und wann endlich der Mann erscheint, in den sich Alex verlieben wird. Wer hier auf eine zuckersüße Liebesgeschichte á la Nicholas Sparks oder Sarah Morgan gehofft hat, wird jäh enttäuscht.

Für dieses Buch braucht man definitiv Geduld.

Die erste romantische Szene taucht erscheint auf Seite 416, zu einem Zeitpunkt, an dem ich schon fast gar nicht mehr an eine Liebesgeschichte geglaubt habe.

Im Gegenteil, bis dahin handelt das Buch größtenteils von der Whisky-Herstellung und von den Managementmethoden, die Alex ihrem äußerst unwilligen Klienten vermitteln will.

„Es geht um Ausgewogenheit,
um Balance. Ein Mensch kann nur dann Höchstleistungen
erbringen, wenn alle Bereiche seines Lebens, der
physische, der spirituelle, der mentale und der soziale,
im Gleichgewicht sind.“

(Winterwundertage, S.15)

Alex wirft geradezu mit Lebensweisheiten um sich und macht keinen Hehl aus ihrer umfassenden Allgemeinbildung. Für einen Liebesroman fand ich die Anhäufung von Weisheiten und betriebswirtschaftlichem Know-How allerdings sehr ungewöhnlich.

Warum „Wintertage“ trotzdem das Potential zum Herzensbuch hat

Tatsächlich findet im letzten Drittel des Romans eine Liebesgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen statt.

Das der Leser vorher noch nicht auf die romantische Ader der Geschichte aufmerksam geworden ist, liegt an dem Erzählstil des personalen Erzählers. Die Geschichte wird komplett aus Alex‘ Perspektive erzählt und so gut Alex auch darin ist, die Gefühle und Gedanken ihrer Klienten zu erkennen, so schlecht ist sie darin, ihre eigenen Gefühle zu erkennen. Es ist, als würde sie mit Scheuklappen durch die Welt laufen. Vollkommen auf ihren Job und ihr Unternehmen konzentriert, nimmt sie ihr soziales Umfeld als solches kaum mehr wahr.

Freunde?

Fehlanzeige.

Wenn Alex reden möchte, wird ihre persönliche Assistentin Louise angerufen.

Feierabend?

Gibt es nicht. Alex lebt für ihren Job und das rund um die Uhr.

Zum Ende der Geschichte erfahren wir, warum sich Alex so stark auf ihren Job fokussiert. Und auch Lochlan ist gar kein so großes Arschloch, wie angenommen. Jede Geschichte hat eben zwei Seiten und es lohnt sich, auch die andere Seite kennenzulernen. Mir hat die Entwicklung gut gefallen. Am Ende siegt die Liebe 

Vor allem Alex ist keine typische Liebesromanheldin. Böse Zungen könnten behaupten, Alex hätte eine gewisse Ähnlichkeit mit anderen Protagonistinnen aus Vorgängerromanen. Das mag sein.

Aber die Art, wie Karen Swan ihre Heldinnen zum Leben erweckt und ihre Kämpfe gegen innere und äußere Dämonen beschreibt, ist einzigartig.

Trotz des eher schwierigen Einstiegs hat „Winterwundertage“  für mich das Zeug zum Herzensbuch, umso mehr ich darüber nachdenke. Es ist ein Buch, das nachwirkt.

Perfekt, um es vor dem knisternden Kaminfeuer auf dem geliebten Lesesessel zu genießen und dabei die Schneeflocken zu beobachten, die gegen das Fenster fallen.

Du möchtest mehr  Leseempfehlungen zu romantischen Geschichten? Dann lies doch meinen Beitrag zu Geschichten mit Herz  

 

„Winterwundertage“ von Karen Swan

Goldmann Verlag

Erschienen Oktober 2018, 608 Seiten

ISBN: 978-3442487776

 

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2 Comments

  • Jacki von "Liebe dein Buch"

    Hey Mo,

    ich finde mich in vielen deiner Worte wieder. Es wurde viel über die Whisky-Herstellung geredet und man wartet so ewig lange auf den Anfang der Liebesgeschichte.

    Schön zu sehen, dass du am Ende trotzdem zu einem anderen Schluss gekommen bist als ich. Für mich konnte das (tolle) Ende, den frustrierenden Anfang nicht kompensieren. Schade!

    Liebe Grüße & einen schönen Start in die neue Woche
    Jacki von Liebe Dein Buch

    • moschneyder

      Hallo Jacki,
      ja, ich habe wirklich viel über das Buch nachgedacht. Alex ist ein Charakter, wie wir ihn aus der Geschäftswelt kennen. Sie entspricht dem Typ des eher männlich konnotierten Geschäftsmanns, der so sehr auf Karriere und Erfolg fixiert ist, dass die zwischenmenschliche Seite vollkommen ausgeblendet wird. Solche Frauen soll es geben 🙂 Von daher gebe ich dem Buch eine Chance als eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art.

      Deinen Blog finde ich übrigens toll!

      Ich wünsche dir auch eine wunderbare Woche ❤

      Alles Liebe,
      Mo

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