Sonne und Beton
Rezensionen

Rezension „Sonne und Beton“ von Felix Lobrecht

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So langsam schrumpft mein Bub und darüber bin ich sehr froh!

Während ich mit Lissi Gassi gehen war, eine der wenigen Gelegenheiten, zu denen ich noch abgesehen vom Einkaufen draußen unterwegs bin, habe ich das Audiobuch zu „Sonne und Beton“ von Felix Lobrecht gehört. Ich fand die Beschreibung des Buchs interessant und wollte daher die Geschichte gerne hören. Felix Lobrecht als Comedian sagte mir persönlich eher weniger.

Handlung „Sonne und Beton“

Im Fokus der Clique steht Lukas, ein Junge aus dem Berliner Stadtviertel Neukölln. Lukas wächst in einer rauen Gegend auf, in seiner Klasse ist er der Einzige, der genetisch aus Deutschland kommt. Lukas will keinen Ärger, hat jedoch das Pech, in der falschen Gegend aufzuwachsen und dazugehören zu wollen. Die meiste Zeit hängt er mit seinen Kumpels Julius, Gino und Sanchez ab. Als einer seiner Freunde vorschlägt, die neu angeschafften Computer aus Lukas‘ Schule zu stehlen, sind die Jungs gleich Feuer und Flamme. In ihren Augen leuchten die Euro-Noten. Lukas‘ Einwände werden zur Seite gewischt und Lukas wird bei dem Raub mit eingeplant. Mit gehangen, mit gefangen.

Meine Meinung

Felix Lobrecht liest das Buch ziemlich klasse mit Berliner Dialekt vor, so dass ich gleich in der Geschichte drin war. Lukas Leben ist das ziemlich genaue Gegenteil der #fridaysforfuture-Bewegung. Er gehört zur Kein Bock-Generation: Kein Bock auf Schulabschluss oder Karriere, keinerlei Ambitionen, dem Problemviertel auf legale Weise zu entkommen und sich ein besseres Leben zu ermöglichen. Pleite sein, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit gehören zu seinem Leben dazu, wie Kiffen und sonstige Drogen. Sein Bruder Marko, nun nach Moabit gezogen, ist in Neukölln eine Berühmtheit: Er hat in jungen Jahren den Bezirk mächtig aufgemischt, hing mit den falschen Leuten ab und landete im Gefängnis. Mich hat die Geschichte beim Hören etwas hinuntergezogen. Trotzdem habe ich mir die Geschichte bis zum Ende angehört, immer auf ein positives Ende hoffend. Wird sich Lukas zum Besseren besinnen und Nein zur Kriminalität sagen? Wird er irgendein Hobby finden und sich darauf fokussieren? Doch das Ende ist äußerst offen gehalten, mittendrin hört die Geschichte einfach auf. Das fand ich etwas schade. Immerhin bleibt ein Funken Hoffnung, dass sich Lukas wieder berappeln wird.

Ich kann nur hoffen, dass diese Geschichte reine Fiktion ist. Ich befürchte jedoch, dass Lobrecht den Neuköllner Alltag für einige Jugendliche durchaus richtig beschrieben hat. Es macht mich nachdenklich, ob ich meine Kinder dort aufwachsen lassen würde. Eher nicht. Dann lieber aufs Land.

Vom Lesen und vom Schreibstil her fand ich das Buch gut gelungen, wenn auch jene positive Wendung ausblieb.

Fazit zu „Sonne und Beton“

Wer sich nicht von destruktiven Jugendlichen in einem sozialen Brennpunkt erschüttern lässt, findet in Lobrechts Roman eine Coming-of-Age-Geschichte, die von der starken Freundschaft zwischen vier Jungs handelt. Die füreinander einstehen und zusammen jeden Scheiß durchmachen.

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