Erzähl mir was Schönes Cover
Rezensionen

Rezension „Erzähl mir was Schönes“ von Lioba Werrelmann

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Klappentext „Erzähl mir was Schönes“

Julia und Isabelle sind Freundinnen seit Studientagen. Jetzt, mit Mitte 40, haben sie viel von dem erreicht, was sie sich einst erträumt haben. Da erkrankt Isabelle an Brustkrebs und stirbt. Julia, die immer im Schatten ihrer lebenslustigeren Freundin stand, gerät in eine tiefe Lebenskrise. Doch dann erkennt sie: Ihr Glück findet sie nur, wenn sie ausbricht aus ihrem Alltagstrott. Die Erinnerung an den Mut ihrer Freundin weist ihr den Weg …(Quelle: Piper Verlag)

Meine Meinung zu „Erzähl mir was Schönes“

Schon zu Anfang des Buchs wird klar, dass Isabelle den Kampf gegen den Krebs nicht gewinnen wird. Julia und Isabelle befinden sich mit Isabelles Tochter Matilda und deren bester Freundin Charlotte in einem Ferienhaus irgendwo im Osten, wo Julia ein kleines motorisiertes Floßboot ausgeliehen hat. Während Julia besorgt den immer stetigeren Verfall der geliebten Freundin wahrnimmt, verdrängt Isabelle ihre Krankheit und will ihre kleine Tochter nicht darüber aufklären.

Mich hat die Geschichte über diese sehr außergewöhnliche Frauenfreundschaft sehr berührt. Eine Freundin wie Isabelle, welche einen ohne ein schlechtes Gewissen hintergeht, hätte ich mir persönlich nicht gewünscht. Aber Isabelle gibt Julia, die sozial eher unbegabt ist und grau und trübsinnig rüberkommt, Halt. Warum Isabelle Julia hintergeht und andersherum? Es geht um Männer. Männer, die beide gleichermaßen attraktiv finden. Sehr schade. Julia und Isabelle sind voller Fehler, was sie aber irgendwie greifbar macht, da beide nicht perfekt sind. Jede von ihnen hat ihr Päckchen zu tragen und beide haben eine gegensätzliche Art, mit Problemen umzugehen. Oft habe ich mich jedoch während des Lesens gefragt, warum Julia nicht einfach einen Schlussstrich zieht. Und dann ist Isabelle wieder nett zu ihr, kümmert sich rührend um die verletzte Julia, die von ihrer Mutter keinerlei Zuneigung, weder emotional noch körperlich, erfahren hat. Isabelle gibt Julia Wärme und Geborgenheit, nach der sie sich unbewusst immer gesehen hat. Und Julia bringt Ordnung in Isabelles Leben. Ist ihr Fels in der Brandung und gleichzeitig wie ein Vogel mit gebrochenen Flügeln, den sie wieder aufpäppeln kann. Denn Isabelle umsorgt gerne ihr Umfeld wie eine Glucke. Gleichzeitig geht sie ganz radikal ihrem sexuellen Verlangen nach, ohne Rücksicht auf andere Liebhaber oder ihre Freundin Julia. Seltsamerweise scheint sie gelegentlich sogar eifersüchtig auf Julia zu sein, denn Julia ist diejenige, wegen der die Männer sesshaft werden und ein neues, besseres Leben anfangen wollen. Isabelle dagegen ist immer wie ein wilder Vogel, den man nicht einfangen und zu einem sesshaften Leben zwingen sollte.

Mein Fazit

Das Buch hat mich tief berührt, da es die grundlegenden Fragen stellt: Wofür lohnt es sich zu leben? Wie sollte man leben? Mit ganzem Herzen gegen alle Vernunft? Was bedeutet Freundschaft? Ich kann dieses Buch absolut empfehlen, wobei ich mir allerdings ein anderes Ende gewünscht hätte. Ohne einen Mann, sondern mit einer starken Protagonistin, die auch alleine den Mühen und Tücken des Lebens trotzen kann.

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