Cover "Die Wälder" von Melanie Raabe
Rezensionen

Rezension “Die Wälder” von Melanie Raabe

*Unbezahlte Werbung* Melanie Raabe folge ich schon seit längerer Zeit auf Instagram, ich höre begeistert ihren Podcast Raabe & Kampf und habe auch schon im letzten Jahr den Thriller “Der Schatten” von ihr gelesen. Als ich Wind davon bekam, dass ihr neuer Thriller “Die Wälder” Ende Dezember veröffentlicht wurde, musste ich das Buch natürlich gleich lesen. Vorweg: Es ist anders als erwartet.

Klappentext “Die Wälder”

Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte … (Quelle: Randomhouse)

Meine Meinung zu “Die Wälder”

“Die Wälder” beginnt wie ein finsteres Märchen. Wurde der Geist von der verschwundenen jungen Frau namens Gloria tatsächlich in den dunklen, kilometerlangen Wäldern gesehen? Oder handelt es sich um bloße Sagen, die hinter vorgehaltener Hand erzählt werden? Sozusagen urbane Legenden? Dabei musste ich an einen Horrorfilm denken, den ich in meiner Jugend gesehen hatte.

Nach dem märchenhaften Einstieg steigt das Erzähltempo rasant. Raabe erzählt zwei Handlungen parallel, die von Nina, die von dem Tod ihres besten Freunds Tim erfährt und die von Peter, einem Jugendlichen aus dem Dorf. Die Kapitel sind kurz gehalten und fast jedes endet mit einem Cliffhanger- was mich etwas an den deutschen Psychothriller-Meister Fitzek erinnert hat. Die Art des hohen Erzähltempos und der direkten Sprache ist ganz anders als in “Der Schatten”, welcher eher eine Art Film Noir in Buchform ist. Hier hat sich die Autorin an einer für sie völlig neuen Erzähltechnik ausprobiert. Ich kann mir vorstellen, dass dies für viele Leser*innen sehr überraschend und ungewohnt ist.

Mir hat die Geschichte um Nina und ihre Freunde sehr gut gefallen.  “Die Wälder” hat sich als Pageturner der etwas anderen Art entpuppt. Das Grauen findet im Kopf statt, hier rollen keine Köpfe und Blutbäder finden auch nicht statt. Aber allein schon die Vorstellung, was eventuell passiert sein könnte, schafft eine Gänsehautatmosphäre. Neben der Aufklärung des Verschwindens von Tims Schwester Gloria geht es vor allem um die Freundschaft zwischen Nina, Tim, David und Henri. Kann Freundschaft über einen Zeitraum von zwanzig Jahren erhalten bleiben? Wer vertraut wem? Und wie geht man mit einem solchem Trauma um? Verdrängen oder lieber aufarbeiten?

Auch das Setting, ein Dorf hinter dichten, dunklen Wäldern ist äußerst geschickt gewählt. Unwillkürlich musste ich dabei an das Märchen von Hänsen und Gretel denken, die sich im düsteren Wald verlaufen. Überall nur Bäume und feuchter Boden, dazu noch dichter Nebel. Kein Wunder, dass man in solch einem Wald verloren gehen kann. Im Schlimmsten Fall begegnet man noch Wölfen oder anderen finsteren Kreaturen. Wie passend, dass der Bösewicht in diesem Thriller “Wolff” heißt.

Fazit

Ein klasse Thriller, den ich nach wenigen Tagen ausgelesen hatte. Sehr empfehlenswert für Leser*innen, die Thriller ohne großes Blutvergießen, dafür aber mit jeder Menge Spannung mögen.

 

 

 

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