Der Heimweg von Sebastian Fitzek
Rezensionen

Rezension “Der Heimweg” von Sebastian Fitzek

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Huch, habe ich meinen letzten Post tatsächlich im Oktober geschrieben? Tatsache. Den November über habe ich mich in meiner NaNoWriMo-Schreibhöhle verkrochen und habe außer zu schreiben kaum etwas anderes geschafft.

Wie gut, dass ich davor schon Sebastian Fitzeks neuen Thriller “Der Heimweg” gelesen habe. Hier nun also meine Meinung zu Fitzeks neuestem Buch.

 

Wovon handelt “Der Heimweg”?

 Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon. Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen telefonischen Begleiter wünschen, dessen beruhigende Stimme sie sicher durch die Nacht nach Hause führt – oder im Notfall Hilfe ruft.
Noch nie gab es eine wirklich lebensgefährliche Situation. Bis heute, als Jules mit Klara spricht.
Die junge Frau hat entsetzliche Angst. Sie glaubt, von einem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen hat und der mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte: Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht in nicht einmal zwei Stunden an …(Quelle: Droemer Knaur

“Der Heimweg”- wie es mir beim Lesen ging

“Der Heimweg” ist ganz schon harter Tobak, nicht zuletzt, da das Thema häusliche Gewalt ein durchaus reales Thema ist. Laut Statistik hat jede 3.Frau schon einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt erlebt, und es betrifft alle Gesellschaftsschichten. Sprich, in jedem 3.Haushalt spielt sich regelmäßig ein Thriller ab, dessen Opfer zumeist die Frau ist. Ziemlich erschreckend, oder?

Es war äußerst beklemmend zu lesen, wie die Protagonistin Klara immer wiederhol ihrem Mann mit einem Sandsack verwechselt und windelweich geschlagen wurde. Warum in alles in der Welt läuft sie nicht davon, holt sich Hilfe? Gleichzeitig war die Geschichte sehr spannend, da die Geschichte im Wechsel aus Klaras und aus Jules Perspektive erzählt wurde. Dem Leser wurden häppchenweise immer mehr Informationen zugeworfen, bis sich die Teile des Puzzles eines nach dem anderen zusammenfügten.

Mich persönlich hat die Geschichte ziemlich aufgewühlt, oft habe ich mich gefragt: Warum? Warum teilt Klara mit ihrem größten Feind das Bett? Und warum schlägt ihr Mann zu? Was steckt dahinter? Ein mickriges Selbstwertgefühl? Geringe Frustrationstoleranz? Familiäre Vorbelastungen? Wie könnte man in der Erziehung von Jungen dem eventuell gegenwirken?

Wem ich das Buch nicht empfehlen würde

Wer ungern explizite Gewaltszenen liest und derbe Ausdrücke verabscheut, dem sei von diesem Buch abzuraten. Es gibt viele Thriller, die ohne übermäßiges Blutvergießen auskommen, wie z.B. die von Melanie Raabe.

Mein Fazit

Unerwartete Wendungen und viele Cliffhanger konnten den Spannungsbogen konstant hoch halten und ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Was ich mir gewünscht hätte, wäre vielleicht, dass der Hintergrund der häuslichen Gewalt nicht so real wäre. Obwohl es alle Gesellschaftsschichten durchzieht, ist es immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft. Gewalt erzeugt Gegengewalt- lässt sich der Teufelskreis nicht irgendwie durchbrechen?

Gerade weil das Buch auf realen Tatsachen beruht, ist es keine leichte Kost. Es ist nicht das ideale Buch, um die Stimmung zu heben, oder einen herzlich lachen zu lassen. Ich habe lange darüber nachgedacht, wo ich persönlich das Buch bei meinen Favoriten von Fitzek einordnen würde. Und dann ist mir klargeworden, genau das sollte gute Literatur tun: Den Leser zum Nachdenken anregen, unbequem sein, aufrütteln. Das ist diesem Thriller voll und ganz gelungen.

 

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