Circe Cover
Herzensbücher

Rezension „Ich bin Circe“ von Madeleine Miller

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Nach und nach bin ich dabei, meinen Sub schrumpfen zu lassen. Das Buch „Ich bin Circe“ von Madeleine Miller stand eigentlich auf meiner Leseliste 19 in 2019, aber ich habe es erst im Juni diesen Jahres gelesen. Sehr schade, denn „Ich bin Circe“ hat sich als echtes Herzensbuch herausgestellt.

Klappentext „Ich bin Circe“

Circe ist die Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, doch sie ist ganz anders als ihre göttlichen Geschwister. Ihre Stimme klingt wie die einer Sterblichen, sie hat einen schwierigen Charakter und ein unabhängiges Temperament; sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und fühlt sich in deren Gesellschaft wohler als bei den Göttern. Als sie wegen dieser Eigenschaften auf eine einsame Insel verbannt wird, kämpft sie alleine weiter. Sie studiert die Magie der Pflanzen, lernt wilde Tiere zu zähmen und wird zu einer mächtigen Zauberin. Am Ende muss sie sich als Magierin, liebende Frau und Mutter ein für alle Mal entscheiden, ob sie zu den Göttern gehören will, von denen sie abstammt, oder zu den Menschen – die sie lieben gelernt hat. (Quelle: Eisele Verlag)

Circe- Annäherung an einen Mythos

Wer an griechische Mythen denkt, hat vielleicht ein leicht verstaubtes Bild vor Augen: Halbnackte Götter, die sich, nur mit einem notdürftig um die Hüften geschlungenen Tuch bekleidet, die Schädel einschlagen und eine Intrige nach der nächsten spinnen. Madeleine Miller ändert die Perspektive und lässt Circe ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen. Dadurch bekommt die Geschichte sofort einen persönlichen Bezug. Ich konnte mich sehr gut in Circes Gefühle und Gedanken hineinversetzen. Hinzu kommt, dass die Autorin eine nahbare Heldin gewählt hat, eine, die nicht unglaublich schön ist und so perfekt, dass man sich dagegen klein und nichtig vorkommt. Circe hat eine weniger kraftvolle Stimme, sie krächzt und ihre Augen sind eher gelb als golden. Sie besitzt keine göttliche Strahlkraft, keine Superkräfte, die sie gegen ihren tyrannischen Vater Helios anwenden kann. Auch die Lieblichkeit einer Nymphe hat sie nicht von ihrer Mutter geerbt. Circe fühlt sich eher mit den Menschen verbunden, nicht mit den Göttern. Inmitten von Göttern zu leben gleicht in einem Haifischbecken zu schwimmen. So ist Circe nicht wirklich traurig, als ihr Vater Helios sie auf eine einsame Insel verbannt.

In der Einsamkeit lernt Circe die Magie zu entdecken und die Wirkung der Heilpflanzen. Alles bringt sie sich selbst bei, auch, wilde Tiere zu zähmen. Bald gehen Löwen und Wölfe in ihrem Hause ein und aus. Circe wird zur Hexe von Aiaia. Doch sie bleibt nicht für immer allein, denn bedeutende Helden landen an ihrem Ufer.

Was mich an Circe fasziniert

Die griechischen Mythen sind uralt. Trotzdem hat Miller eine moderne, durch und durch feministische Heldin geschaffen, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Circe ist stark und unabhängig, gleichzeitig aber auch eine leidenschaftliche Frau. Sie holt sich Männer in ihr Bett, verfällt ihnen aber nicht. Sie bleibt immer sie selbst, ohne sich zu verbiegen. Auch als Alleinerziehende verzweifelt sie nicht und stellt sich der Herausforderung.

Ihr Mitgefühl ist zutiefst menschlich und kommt stets den Menschen in Notlagen zugute. Circe bereichert sich nicht an ihnen und gibt, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Sie zeigt Stärke, ohne eine bis an die Zähne bewaffnete Amazone zu sein.

Mein Fazit

5/5 Sterne

„Circe“ ist ein echtes Herzensbuch, welches ich all jenen empfehlen kann, die gerne Geschichten über starke und unabhängige Heldinnen lesen. Man sollte allerdings eine Affinität für griechische Mythologie mitbringen, da der Roman auf ebendiesen beruht.

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