Cover Bad Feminist
Rezensionen

Rezension „Bad Feminist“ von Roxane Gay

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Zugegeben, ich habe aktuell ein kleines Problem mit Liebesgeschichten. Womöglich liegt es daran, dass das darin beschriebene Frauenbild einfach zu passiv ist- es wird der Gedanke aufbeschworen, dass eine Frau immer von ihrem Prinzen errettet werden muss. Wo sind die realistischen Liebesgeschichten hin, mit Männern, die mit einer autarken, starken Frau mithalten können?

Von daher fand ich es sehr interessant, die Essaysammlung von Roxane Gay zu lesen. Sie selbst bezeichnet sich als „Bad Feminist“, da sie pink mag, zu frauenfeindlichen Texten tanzt und generell davon überzeugt ist, eine schlechte Feministin zu sein. Aber lieber eine schlechte, als gar keine.

Die Essaysammlung ist in die Teile Ich, Gender und Race, Race und Entertainment, sowie Politik, Gender und Race aufgeteilt. Mit dem anfänglichen Teil über Gays Scrabble-Leidenschaft konnte ich leider nicht viel anfangen, hier habe ich den Text nur überflogen.

Dinge aus dem Blickwinkel einer „Bad Feminist“

Aber das ist vielleicht das Schöne an einer Essaysammlung. Man kann jene Essays überspringen, die einen weniger faszinieren, ohne den Zusammenhang des ganzen Buchs nicht mehr zu verstehen. Vor allem Gays Ausführungen zu Race fand ich sehr interessant. Die Autorin beschreibt ihre Erfahrungen als schwarze Frau und stellt, dass sie sich nicht automatisch mit anderen Dunkelhäutigen nur aufgrund der Hautfarbe identifiziert. Dies ist nun keineswegs rassistisch motiviert. Roxane Gay sieht sich nicht als „bessere Schwarze“. Sie realisiert lediglich, dass der Wunsch ihrer haitianischen Eltern, ihren Kindern möglichst viel Bildung zu ermöglichen und sie zu guten schulischen Leistungen zu motivieren, nicht typisch ist für die schwarze Durchschnittsfamilie.

Die Autorin stellt zu Menschen die Verbindung über gemeinsame Interessen oder Weltanschauungen her, nicht über die Hautfarbe. In ihrer Essaysammlung zu „Bad Feminist“ nimmt sie außerdem kritisch das Fernsehprogramm unter die Lupe.

Stereotype: Musiker, Sportler oder Frau eines Rappers

So schaut sie sich z.B. das Fernsehprogramm eines Fernsehsenders für Schwarze an. Sie ist entsetzt von einer Sendung, in der das Leben einer Exfrau eines bekannten Rappels gezeigt wird. Die Dame interessiert sich nur fürs Shoppen, ist nur bekannt als Exfrau von. Hat diese Frau nicht das Bedürfnis, aus eigenem Antrieb, für ihre eigenen Leistungen bewundert zu werden? Überhaupt wird Schwarzen suggeriert, eine Karriere sei nur als Musiker, Sportler oder PartnerIn eines solchen möglich. Ist das nicht frustrierend?

Bad Feminist trifft auf 50 Shakes of Grey

Roxane Gay analysiert außerdem u.a. 50 Shakes of Grey. Neben der schlechten literarischen Qualität der Buchserie bemängelt sie die Passivität und Naivität der Protagonistin Ana Grey. Sie bemerkt einfach nicht, dass Grey ein Arschloch, wenn auch ein ziemlich reiches, ist. Dieser Softporno für Hausfrauen sollte auf gar keinen Fall erstrebenswert oder nachahmenswert für junge Frauen sein.

Mein Fazit zu „Bad Feminist“

Roxane Gay erzählt scharfsinnig und humorvoll von den Missständen der Gesellschaft, von ihrem Kampf als Feministin. Teilweise hat sich das Buch leider sehr gezogen, wie zB der Teil über Scrabble und ihre Leidenschaft zu dem Spiel. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch aber sehr anregend und es hat mich zum Nachdenken gebracht.

 

 

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