Gespenster Buchcover
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Rezension: “Gespenster” von Dolly Alderton

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Ich weiß nicht wieso, aber in letzter Zeit sind extrem viele der Bücher, die ich lese, aus UK. So auch “Gespenster” von Dolly Alderton, welches ich tatsächlich so oft auf Instagram gesehen habe, dass ich es einfach lesen musste. Ja, ich bin ein Marketingopfer. Nicht zu vergessen das wunderbare Cover in zarten Pastellfarben, welches stark an ein Schallplattencover in den Achtzigern erinnert.

Gespenster von Dolly Alderton

Klappentext: Die erfolgreiche Food-Autorin Nina George Dean trägt ihren zweiten Vornamen, weil ein Hit von Wham! an ihrem Geburtstag vor zweiunddreißig Jahren auf Platz eins der Charts stand. Das beeindruckt Max, den sie von einer Dating-App kennt und der auf rasante Weise ihr Herz erobert. Doch genauso schnell, wie er Nina an der Nachtbushaltestelle das ewige Glück versprochen hat, verschwindet er plötzlich wieder aus ihrem Leben – ohne eine Spur zu hinterlassen. Gleichzeitig plant Ninas Exfreund seine Hochzeit, und ihre beste Freundin erwartet ihr zweites Baby. Und dann erkrankt ihr geliebter Vater an Demenz. Als Nina alles zu entgleiten droht, wünscht sie sich nur noch sehnlichst in ihre Jugendtage zurück – bis sie erkennt, dass das Leben immer in dem Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft spielt.

Meine Meinung zu “Gespenster”

Ein leichter Roman, der allerdings nicht zu seicht ist. Das Buch beschriebt mit einem Hauch Sarkasmus das Leben in den Dreißigern. Single zu sein, während alle Freundinnen vergeben bzw. verheiratet und Mütter sind. Nina beschreibt ihre innere Zerrissenheit, ihre biologische Uhr ticken zu hören und eine Familie gründen zu wollen, aber nicht um jeden Preis. Denn gelegentlich beschreibt sie ihr Patenkind Olive als kleines Monster, welches sich nur zu leicht mit Schokolade bestechen lässt. Dies sind die Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob Ninas kinderlose Situation nicht eventuell doch die angenehmere Situation ist. Was mir besonders gut gefallen ist, ist die Tatsache, dass es kein romcom-typisches Happy Ending gibt, à la Traumprinz gefunden, Ring am Finger, alles gut. So leicht macht es sich Dolly Alderton zum Glück nicht. Dafür beschreibt sie all jene Tücken des modernen Online-Datings, wie es ist, von einem Tag auf den anderen geglostet zu werden und wie Nina damit klarkommen muss, dass ihr hochintelligenter Vater an Demenz erkrankt ist und plötzlich die Rollen vertauscht sind. Ich glaube, die Autorin hätte es sich zu leicht gemacht, wenn sie einen Mann für die Lösung aller Probleme präsentiert hätte.

Nina fand ich als Protagonistin sehr sympathisch, jedoch fand ich persönlich die Erklärungen zum Beziehungsleben der heutigen Dreißiger etwas überflüssig, da ich mich in dieser Altersgruppe befinde. Für jüngere oder ältere Leser*innen kann dieser Teil jedoch sehr interessant sein.

Besonders berührt hat mich der Teil über das langsame Dahinschwinden von Ninas Vater. Während ihr Vater guter Laune und in völligem Ernst von seiner Mutter erzählt, die ihn abholen soll, droht Nina innerlich zu zerbrechen. Sie weiß nicht, wie sie mit der Demenz ihres Vaters umgehen soll. Einerseits versucht sie es auszublenden, andererseits fühlt sie sich hilflos und überfordert. Vor allem, da ihre Mutter die Demenz ihres Mannes weitestgehend ignoriert bzw. nicht wahrhaben will.

Während des Lesens habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Es gab auch viele lustige Szenen, bei denen ich laut lachen musste. Dolly Alderton hat es geschafft, dass Lebensgefühl der Dreißiger in ihrem Buch einzufangen.

Wem ich das Buch empfehlen würde

Alle, die sich für ein Buch zu den Themen “Erwachsenwerden” und “Selbstfindung” interessieren. Eher weniger geeignet für Leserinnen, die sich eine romantische Liebesgeschichte erhoffen. Wer mit diesen Erwartungen an die Geschichte geht, wird bitter enttäuscht.

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