Denn das Leben ist eine Reise
Rezensionen

“Denn das Leben ist eine Reise” von Hanna Miller- Rezension

*Unbezahlte Werbung*

Ich weiß nicht woran es liegt, aber im Juli habe ich wirklich viele Reiseromane gelesen. Begonnen mit “Eat, Pray. Love” von Elizabeth Gilbert, über “Der Salzpfad” von Raynor Winn und zum guten Schluss “Denn das Leben ist eine Reise” von Hanna Miller. Dabei hat mich jedes Buch auf seine eigene Weise fasziniert.

Worum es in “Denn das Leben ist eine Reise” geht

Eines Tages hält es Aimée nicht mehr mit ihrem Lebenspartner Per aus, der ihren gemeinsamen Sohn Len aus unerklärlichen Gründen ablehnt. Sie holt ihren alten VW Bulli aus der Garage und macht sich mit ihrem sechsjährigen Sohn Len auf die Reise nach England, denn vor Kurzem ist eine sehr gute mütterliche Freundin von Len gestorben. Die Beerdigung findet in St.Ives, einem englischen Küstenort statt. Dort begegnet Aimée ihrer alten Jugendliebe Daniel, der sie nicht so kalt lässt, wie sie glaubt.

Das Leben hält sich nicht an Regeln

Was für ein zauberhaftes Buch. Ich mochte es, mit Aimée und Len mit einem VW Bulli durch England zu fahren, den Wind in den Haaren und die Freiheit zu spüren. Die Landschaftsbeschreibungen sind wunderschön, so dass ich mir die malerische englische Küstenlandschaft bildlich vorstellen konnte. Wer sagt denn, das sich festgefahrene Situationen nicht ändern lassen? Was hindert uns daran, die eigene Komfortzone zu verlassen? Ich persönlich habe sehr viel aus dem Buch mitgenommen. Manchmal benötigt es nur etwas Mut und einen anderen Blickwinkel, um Lösungen zu finden. Auch wenn es manchmal schwierig ist, Mut zu haben und für sich selbst einzustehen. Aimée fand ich als Hauptcharakter sehr sympathisch, wenn auch etwas naiv in Bezug auf Per. Doch ich kann mir vorstellen, dass es nicht gerade einfach war, allein mit einer durchgeknallten, alkoholabhängigen Hippiemutter in einer Trödlerkommune aufzuwachsen. Da entsteht vielleicht die Sehnsucht nach einem bürgerlichen Leben, festen Routinen, Sicherheit.Das genaue Gegenteil von dem, was Aimée in ihrer Kindheit erlebt hat. Vielleicht hat sie auch Angst davor, ihren eigenen Weg zu gehen, da ihre Mutter stets egoistisch war und nur an sich gedacht hat, auf Kosten von Aimée. Wie befreit man sich von den inneren Dämonen? Wie baut man wieder die Verbindung zu dem inneren Kind auf?

Auch wenn man vom Cover her vielleicht nur an eine leichte Sommerlektüre denkt, thematisiert das Buch auch sehr wichtige und ernste Themen. Aimée lernt Rollenbilder infrage zu stellen und sich von ihren eigenen Dämonen zu lösen, auch wenn dies ein schmerzhafter Prozess ist. Das Buch zeigt, dass man immer wieder von Neuem beginnen kann, egal ob mit zwanzig, dreißig oder fünfzig. Nur Du bist Deines eigenen Glückes Schmied, wie man so schön im Volksmund sagt. Aimée ist für mich eine sympathische und kreative Heldin, die ich gerne als Freundin hätte. Ihre Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt, in der Vergangenheit und im Hier und Jetzt. Dadurch habe ich das Buch als sehr abwechslungsreich und spannend empfunden, denn ich wollte unbedingt erfahren, was damals zum Bruch zwischen Aimée und ihrer Mutter sowie zur Beendigung ihrer Beziehung mit Daniel geführt hat. Erzähltechnisch finde ich diese Art zu erzählen sehr gelungen. 

Wem ich “Denn das Leben ist eine Reise” empfehlen würde

Das Buch würde ich definitiv allen empfehlen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen oder einfach nur nach einer schönen, aber nachdenklichen Sommerlektüre schauen. Schon allein das pastellfarbene Cover macht gute Laune und erinnert an ein Himbeereis. Ein tolles Buch für alle, die sich nach einer starken, realistischen Heldin sehnen, die auf der Suche nach sich selbst ist.

 

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.